
"Wir fahren nach Berlin" Immer wieder hörte man diesen Spruch in den letzten Tagen. Gut, der Spruch war damals schon hochgestapelt, aber ein Funken Hoffnung bestand. Dieser Funken ist nun erloschen, unsere Schweizer Nationalmannschaft ist an der WM in Deutschland ausgeschieden. Das Jubeln, Mitfiebern, Beten, Hoffen und Bangen hat ein Ende gefunden, einfach so, fast gänzlich unerwartet. Natürlich hätte man der Stärke der Ukrainer mehr beimessen können, aber wollten wir das? Nein, wir wollten ins Viertelfinal!
Nun hat der Traum ein Ende gefunden, für einige wurde er gestern kurz vor Mitternacht zum Alptraum. Drei Penalties verschossen!
Auch unsere kleine Truppe verfolgte das ganze Geschehen auf Grossleinwand. Das gesamte Spiel hindurch war Nervenkitzel angesagt. Nach der Pause wurde die Stimmung immer angespannter, der Sieg zog in weite Ferne. In der Verlängerung wurde der Nervenkitzel zum Nervenspiel. Immer wieder diese Torchancen und doch stand es 0:0 nach Verlängerung. Penaltyschiessen!
Ich kann mich nicht erinnern in nächster Vergangenheit so nervös gewesen zu sein. Das Herz klopfte bis zum Hals, die Hände schweissnass. Ich mochte fast nicht hinsehen, als der erste Ukrainer zum Penalty antrat. Und dann das: ZUBI HÄLT! Der Jubel ist grenzenlos, der Lärm ohrenbetäubend! Mein Zubi! Trotz allen Schelten, die er hat einstecken müssen, blieb er für mich die Nummer eins. Zugegeben, vielleicht lag das mehr daran, dass wir die Kantonshauptstadt teilen, aber was spielt das schon für eine Rolle?
Was dann geschah, daran mag ich gar nicht mehr denken. Drei Penalties verschossen... Ausgeschieden...
Sprachlos, enttäuscht, den Tränen nah, sah ich auf die Leinwand, wo die Spieler mit hängenden Köpfen den Platz verliessen.
Es ist vorbei mit jubeln, mitfiebern, hoffen, beten und bangen. Es tut mir weh, die Schweiz so enttäuscht zu sehen. Ein Nicht-Fussball-Fan wird meine Zeilen nicht verstehen, aber in den letzten zwei Wochen ging es weit mehr als nur um Fussball. Es ging um Zusammenhalt, um gesunden Patriotismus.
Wir hatten eine tolle, leider viel zu kurze, WM-Zeit in rot-weiss. Ich bin stolz auf unsere kleine, aber feine Nationalmannschaft. Wir sehen uns an der heimischen EM in zwei Jahren, mit demselben Enthusiasmus, derselben Freude, ganz nach dem Motto: Wir sind gekommen um zu bleiben!
HOPP SCHWIIZ!

1 Kommentar:
Jööh, hesch schön gschriebe din text. Bin au immer no sehr truurig, aber s`lebä gaht witer. Und zum Glück isch öises Praktikum gli verbi... Liebi Grüessli sandy
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